Analysenspektrum | OKH Zentrallabor

Hepatitis A

Laborinterne Kurzbezeichnung
HEPA (A-HAV+AHAVM)
Laborinterne Funktionsgruppe
Infektionsdiagnostik
Notfallparameter
Nein (Anforderung werktags 7:00-15:00 Uhr möglich).
Allgemein
Virusstruktur ssRNA, ohne Hülle, positiver Einzelstrang. Familie Picornaviridae, Genus Hepatovirus. Die Hepatitis A ist eine fäkal-oral übertragene Infektion, die in westlichen Industrieländern aufgrund des hohen Hygienestandards relativ selten geworden ist. Westeuropäer erwerben die Infektion meist bei reisen in das südliche Ausland bei Genuß kontaminierter Speisen und Getränke. Da nur ein Serotyp des außerordentlich immunogenen Virus bekannt ist, gehört die Hepatitis A zu den am einfachsten, schnellsten und zuverlässigsten zu diagnostizierenden Virusinfektionen. Die Virusausscheidung erfolgt vor allem kurz vor und bei Erkrankungsbeginn im Stuhl. Auch eine kurze virämische Phase ist in diesem Zeitraum vorhanden.
Indikation
Prüfung der Immunität gegen Hepatitis A nach Infektion oder Impfung, Ausschluß einer frischen Hepatitis A.
Messparameter
Nachweis von Anti-HAV-IgG und Anti-HAV-IgM im Plasma.
Untersuchungsmaterial
1 Heparinröhrchen (grün), keine besondere Behandlung.
Durchführung
Patient nicht nüchtern, Anforderung über EDV.
Labor
OKH Zentrallabor
Bestimmungsmethode
AK-Nachweis mittels MEIA.
Referenzbereich
Anti-HAV-IgG 0.0 mIE/ml, Anti-HAV-IgM nonreaktiv (negativ).
Bewertung
Anti-HAV-IgM ist immer bei Erkrankungsbeginn bereits nachweisbar. Ein negativesTestergebnis schließt eine frische Hepatitis A aus. Anti-HAV-IgM persistiert meist 2-6 Monate nach Erkrankungsbeginn. Falsch-positive IgM-Testergebnisse könnenauftreten, wenn Anti-HAV-IgG in besonders hoher Konzentration vorhanden ist. Etwa 10 Tage nach Erkrankungsbeginn kann Anti-HAV-IgG nachgewiesen werden. Es steigt im Verlauf des nächsten halben Jahres meist auf eine hohe Konzentration an und ist fast immer lebenslang nachweisbar. Das Vorhandensein von Anti-HAV > 20 mIE/ml dürfte einen Schutz vor einer Hepatitis A-Erkrankung anzeigen. Die HepatitisA-Impfung einer Anti-HAV-positiven Person ist deshalb nicht notwendig. Anti-HAV-IgG > 200 mIE/ml werden niemals nach Immunglobulingabe und nur sehr selten nach Bluttransfusion gesehen.